Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

Flanieren

von
Lawrence Grimm
Lawrence Grimm | vor 3 Monaten | in Kulturerbe und Storytelling

«Eile nie und haste nie, dann haste nie Neurasthenie», sagte einst Walter Benjamin mit Blick auf die sich rasant entwickelnde Welt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts bzw. auf Freuds Theorie der Neurasthenie als Neurose des gestressten modernen Menschen. Der Flaneur, die Flaneuse durchstreift seine Umgebung eher ziellos, beobachtet aber sehr genau und reflektiert das Gesehene. Im Projekt «Flanieren» geht es darum, dass Schweizer (oder ausländische, in der Schweiz lebende) Comic-Zeichnerinnen und –Zeichner durch ihre Stadt, ihr Dorf in der Schweiz flanieren und sich dabei Gedanken über die Veränderungen machen, seien sie architektonischer, sozialer, ökonomischer oder ökologischer Art. Wie war es damals? Wie ist es heute? Wie wird es morgen sein? Wie trage ich zur Veränderung bei? Wie hat mich die sich verändernde Umgebung beeinflusst? Was ist «meine» Kultur? Der Zeichner, die Zeichnerin schaut sich um, bleibt stehen, skizziert und notiert, was er bzw. sie sieht und wird so zum subjektiven Seismografen der Zeit. Die so entstandenen Arbeiten werden im Jahr 2019 im Comic-Magazin Strapazin veröffentlicht. (Illustration: Andrea Caprez)

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