Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

die Pracht der Tracht - la splendeur du costume

von
Christoph Weber
Christoph Weber | vor 6 Monaten | in Ideenwettbewerb

Es gibt sie in der ganzen Schweiz und dennoch sind sie von Kanton zu Kanton, ja sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich - unsere Trachten. Diese Trouveillen und das damit zusammenhängende Brauchtum (insbesondere Handwerk, Tanz und Gesang) wird vielerorts durch Trachtenvereine gepflegt. In vielen Gegenden der Schweiz sind diese Vereine jedoch überaltert und die Trachtenvielfalt und das Wissen darum droht auszusterben. Wie kann diese erhalten, gefördert und einem breiten Publikum zugängig gemacht werden? Trachten werden gerne im Museum bestaunt, doch ist dies heute noch zeitgemäss? Wäre ein digitales, multimediales Trachtenarchiv nicht die Rettung? Oder kann ein 3D-Drucker helfen, seltene Trachtenteile herzustellen? Zum Mitmachen sind alle eingeladen. Es können Fotos von Trachten, Videos und Anleitungen von Handwerken oder Tondokumente eingereicht oder hochgeladen werden. Eine Idee für die ganze Schweiz. Une idée pour toute la suisse - une archive numérique des costumes.

Bearbeitet am Mär 18, 2018 von Christoph Weber

Philipp Kuntze vor 6 Monaten

Gratulation für Ihren Einsatz für die Trachten. Ich reise oft den Handwerken nach und begegne auch international eine riesige Vielzahl von Trachten-Unterschieden. Oft höre ich auch spannende Geschichten. Zum Beispiel das beiliegende Foto einer Tracht aus Detva in der Slowakei. Das Bauchfreie Oberteil war, weil der König verhindern wollte, dass Brotleibe gestohlen werden können...
Aber was ich nicht verstehe ist, dass Sie die Trachten mit 3D Drucker herstellen lassen wollen....? Es gibt noch Handwerker/innen, die das können. Lassen wir doch auch diese Tradition am Leben.

Christoph Weber vor 6 Monaten

Antwort siehe unten. Hab das Antwortfeld übersehen. Sorry.

Christoph Weber vor 6 Monaten

Lieber Herr Kuntze
Besten Dank für Ihren Beitrag. In der Tat eine spannende Geschichte. So etwas finden wir in der Schweiz nicht. Gerado so spannend wie die Unterschiede finde ich aber auch die Gemeinsamkeiten von Trachten aus verschiedenen Ländern.
Betr. dem 3D-Drucker, da dürfen Sie mich nicht falsch verstehen. Es geht hier ja um eine Ideensammlung. Ob sie nun gut oder schlecht sind, sei in der ersten Phase dahingestellt. Ich bin sehr für die Erhaltung und Pflege von alten Handwerken. Betreibe selbst auch einige. Doch können wir auf Dauer alle Handwerke erhalten? Heut zu Tage werden Spitzen auch maschinell hergestellt und niemand fragt mehr danach. Ein weiterer Punkt, wieso ich auf diesen Gedanken gekommen bin, sind die Kosten. Eine Tracht ist eine kostspielige Angelegenheit, welche sich nicht mehr viele leisten wollen / können.

Philipp Kuntze vor 6 Monaten

Danke für die Erläuterungen, Herr Weber. Das Thema bleibt sehr spannend und wir sollten uns vielleicht mal zusammensitzen und Ideen austauschen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit den Trachten und mit den Handwerken.

Christoph Weber vor 6 Monaten

Ja, wieso eigentlich nicht. Würde gerne mehr über Ihre Organisation erfahren.

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Renate Albrecher vor 6 Monaten

Es ist eine spezielle Erfahrung, eine Tracht selbst zu nähen, das kann ich persönlich bestätigen. Ich kann mir vorstellen, dass solche Kurse heutzutage wieder Zuspruch finden würden. In einer Zeit, in der ein grosser Teil der Bevölkerung eher virtuell arbeitet oder nur Teile eines Arbeitsprozesse übernimmt, ist es eine enorme Befriedigung, etwas in den Händen zu halten - oder besser, sich an den Leib zu schneidern!

Ein nationaler Verband, welche den Ueberblick behält und somit die (finanzielle) Kraft hat, eine derartige Struktur mit Kursen und Archiv am Leben zu halten, ist da sicher eine gute Lösung! Ich wäre aber auch erstaunt, wenn es das nicht schon geben würde in der Schweiz!

Christoph Weber vor 6 Monaten

Liebe Frau Albrecher
Ich kann ihnen natürlich nur zustimmen. Da ich beruflich den ganzen Tag vor dem PC sitze, ist es wirklich ein schöner Ausgleich, ein Handwerk mit den Händen auszuführen oder zu tanzen.
In der Tat existiert eine Vereinigung, die sich um das Trachtenwesen in der Schweiz kümmert. Die 26 Kantonalverbände sind in der Schweizerischen Trachtenvereinigung zusammengefasst (www.trachtenvereinigung.ch).
Falls Sie auch in einem Verein engagiert sind, wissen Sie sicher auch, dass meist Zeit, Leute, Finanzen und sogar Ideen fehlen, um innovativ zu arbeiten.

peter turtschi vor 6 Monaten

Finde spontan die Einheit von Trachten, Handwek und Gesang ein spannender Ansatz. Das erlebbar machen von der Herstellung bis zur Anwendung. Die Kultur umfasst alle Stationen einer Wertschöpfungskette. Vom Entwurf zur Produktion (der Tracht, Kleidung oder Mode), zum Zweck, Anlass usw. bis hin zum Soud der Zeit in dem das Ganze statt findet. In unserer Erlebnisökonomie müsste man so was wohl in eine Inszenierung packen.

Christoph Weber vor 6 Monaten

Merci für den tollen Beitrag!

I. Schauer vor 6 Monaten

Alles Kulturgut, das wir nicht bewusst in unser Leben integrieren können oder wollen verliert mit der Zeit an Präsenz. Es wird ersetzt durch andere Gepflogenheiten und (Ge)bräuche.
Ein mutimediales Trachtenarchiv wäre eine Möglichkeit zum Informationen sammeln und vergleichen. Aber braucht es nicht eher Anlässe im Leben, an denen man die Trachten auch tragen kann? (Und dann natürlich noch den Mut, so anders auszusehen und entsprechend aufzufallen.)
Ich bin kürzlich dem Jodlerclub beigetreten - wegen des Singens, aber auch wegen der Trachten. Denn die haben mir sehr gefallen, als ich herkam. Nun habe ich schon etwas über die Seidenbandweberei (Posamenterei) und ihr Schicksal im Baselbiet gelernt.
In der Schule hatten die Kinder im letzten halben Jahr wöchentlich Ausflüge zu veschiedenen Handwerken und durften Vieles selber machen. Vom Kämme herstellen, zum Weben, Getreide dreschen und mahlen und Brot backen, Korb flechten oder Messer schmieden. Das hat allen sehr gefallen und sollte mehr Kindern zugänglich sein. Ich bin sicher, dass die verschiedenen Handwerke neben den speziellen Kleidern oder Acessoirs ihr eigenes Liedgut haben, das allmählich in Vergessenheit gerät.

Christoph Weber vor 6 Monaten

An Gelegenheiten um eine Tracht zu tragen, mangelt es zur Zeit noch nicht. Viele Gruppen veranstalten Unterhaltungsabende. Dort sind Trachten sehr gerne gesehen. Man muss sich dann auch nicht überlegen, was man anziehen soll, aber vielen geht die Bequemlichkeit vor.
Ich sehe den Grund für ein digitales Archiv in der Altersstruktur der Trachtenleute. Diese sind ja bekannter Weise eher älter. Und mit dem Alter verschwinden Wissen und Trachten, wenn nicht dafür gesorgt wird, dass diese/s erhalten bleiben. Wieso dies nicht so sammeln, dass alle Zugang dazu haben?

Kulturerbe für alle vor 5 Monaten

Diese Idee ist zur nächsten Phase fortgeschritten
Publikumswahl

Andreas Teuscher vor 5 Monaten

Diese Idee ist zur aktuellen Phase fortgeschritten

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