Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

Nachwuchs für den Innovationsmotor Handwerk

von
Philipp Kuntze
Philipp Kuntze | Feb 15, 2018 | in Ideenwettbewerb

Weltweit besteht ein massives Überangebot an Hochschulabgängern und viele bleiben Stellenlos. Entsprechend hoch (bis über 50%) ist die Jugendarbeitslosigkeit. Junge Leute ohne Perspektiven.

In der Schweiz, wo die Lehre noch einen hohen Stellenwert hat, finden gewisse Handwerksberufe keine Lehrlinge mehr.  Oder wenn eine Lehre, dann weil es vielleicht im ersten Anlauf nicht für ein Studium gereicht hat. Das duale Bildungssystem als zweite Chance. 

Innovationen basieren auf dem Handwerk und dieses braucht dringend innovative und motivierte Köpfe, die wie früher Handwerke weiterentwickeln und uns die Diversität garantieren. 

Damit Studenten, Schüler und deren Eltern das Potential des High-End-Handwerks kennen lernen, werden anhand Informationsveranstaltungen Beispiele erfolgreicher Handwerker und somit Alternativen zur Hochschule aufgezeigt. Nicht nur Maurer, Gipser und Schreiner, sondern das Potential der Kleinstberufe wie Stuckateur, Sattlerin, Drechsler, Glasbläser, Spinnerin etc.

Bearbeitet am Mär 27, 2018 von Linus Pfrunder

Linus Pfrunder Feb 15, 2018

Interessant! Erinnert mich auch an folgende Idee: https://kulturerbefueralle.ch/post/482966. Wie können Nachwuchs und Interesse am Handwerkt gefördert werden?

Und haben Sie die SRF-Reihe zum Kulturerbe schon gesehen (unter anderem mit einem Sattler)? https://www.srf.ch/kultur/kunst/kulturerbe-pf...fragter-denn-je.

Markierte Benutzer:

Philipp Kuntze Feb 16, 2018

Vielen Dank für die Hinweise. Der Beitrag zum Sattler Roger Dörig ist super. Es gibt aber noch andere Handwerker, die gefragter denn je sind und zudem ihr Handwerk weiterentwickelt haben. Ich denke da an den Wagner, der für die ganze Welt individuelle Sattelstämme produziert, an den Küfer der 100% dichte High-End-Holz-Badewannen schafft oder die Spinnerin, die aus unmöglichen Fasern (Algen, Bananenpflanzen-March, Ananas etc.) High-Tech-Garne als Prototypen spinnt. Das meiste Handwerk hat sehr viel Potential für top Innovationen. Oder anders gesagt Handwerk könnte der Innovationsmotor der Zukunft sein. Es braucht nur Mut und Unterstützung! Auch vom Bund. :)

Gérard Genoud Feb 15, 2018

Que votre proposition est rafraîchissante ! Je trouve également que ce marché de niche que vous mettez en avant est une manière de redécouvrir la solidarité de proximité entre le consommateur et l'artisan, de donner du sens à l'objet acheté et une reconnaissance directe à celui qui le produit et en plus c'est une belle manière de remettre en question les discours de notre société qui veut que l'argent soit le moteur principal de l'action. Bravo pour l'initiative et les liens donnés.

Philipp Kuntze Feb 16, 2018


33/5000
Merci beaucoup, Gérard!

Nina Mekacher Feb 15, 2018

Da greifst Du in der Tat ein wichtiges Thema auf! Das Land braucht dringend gute Handwerker, die auch wirklich klassisches Handwerk verstehen und nicht nur global standardisierte Ware zusammen mischen/schrauben.
Ich zweifle aber grad, ob uns Info-Veranstaltungen da wirklich weiter bringen. Erinnert mich ein bisschen an die Berufsberatung in den 1980er Jahren. Müsste man da nicht noch etwas Pfiff zulegen?
Braucht es vielleicht eine Art "Neulesung"? Etwas, das macht, dass Handwerk wieder in ist.... Es gibt ja so Berufe, die plötzlich en vogue sind, wie etwa Gerichtspathologen (dank den vielen technischen Krimis) oder Koch (dank den vielen Fernsehkochsendungen....)

Philipp Kuntze Feb 16, 2018

Liebe Nina. Danke für Deinen Imput. Ich stimme Dir zu, dass das alleine nicht viel bringt. Mit meiner Nonprofit-Organisation World Crafts habe ich verschiedene Gefässe kreiert. Leider fehlt es oft am Geld und an den Resources. So habe ich zum Beispiel die World Crafts Talks lanciert (monatliche Gespräche mit Handwerker/innen). Alles mit einer breiten Kommunikation. Dann Sonderausstellungen an verschiedenen Messen (zbsp. Swissbau etc.). Auch die World Crafts Exkursionen, die ich Anbiete sind etwas anders als Gewöhnlich. Und dann noch die Präsenz an Internationalen Handwerks-Ausstellungen wie zum Beispiel die Crafts Biennale in Cheongju, Korea 2017. Das war so zusagen die Weltmeisterschaft mit Schweizer Nationalmannschaft-Beteiligung. :) Und für diverse Zeitschriften schreibe ich übers Handwerk (zBsp. die Zeitschrift Zeitpunkt)
Es braucht aber auch eine Bewegung mit Institutionen, Organisation und Personen, die für das Handwerk und deren Diversität einstehen. Zudem ein Interesse von der Wirtschaft. Ich denke da an Alternativen zu Erdölprodukten. Aber die Wirtschaft und deren Förderungen sind noch immer auf der Schiene der Industrie.... und die gilt es zu überzeugen! Dafür braucht es Geld und Unterstützung von der Politik.

Marcel und Maja Zbinden vor 11 Monaten

Lieber Philipp, du sprichst mir aus dem Herzen!
Gruss, Marcel

Marcel und Maja Zbinden vor 11 Monaten

Das alte traditionelle Handwerk ist schon wieder in. Nur fehlen die Möglichkeiten diese zu erlernen. Viele interessierte Jugendliche möchten bei uns das Schmieden, Schmieden von Damaszenerstahl, das Messermachen oder das Sattlern lernen. Nur können wir diese Berufe nicht ausbilden, weil es 1. dafür keine Berufsausbildung gibt und 2. unsere Ressourcen (neben dem handwerklichen Erschaffen unserer Produkte um unsere Existenz zu sichern) nicht ausreichen und 3. die Einarbeitungszeit sehr intensiv und lange ist (deshalb war ja früher auch das Lehrgeldzahlen um von den Erfahrungen eines Meisters profitieren zu können gang und gäbe).
Junge haben oft die Idee, dass sie mit 20 ein Anrecht auf ein eigenes Auto haben, alle möglichen elektronischen Features besitzen und eine tolle eigene Wohnung haben. Das können wir nicht bieten, weil das Lernen eines Handwerkes viel Erfahrung benötigt und bis diese sitzen viel Einarbeitungszeit und "Lehrplätze" von Nöten sind. Das kann nicht verglichen werden mit einem Praktikum im KV, wo schon am ersten Tag Akten geshreddert, Mails beantwortet, oder Kaffee dem Chef serviert werden kann.
Siehe dazu:
https://kulturerbefueralle.ch/post/515599
https://kulturerbefueralle.ch/post/514273
https://kulturerbefueralle.ch/post/516104

Das ist ein sehr komplexes Thema, welches für Lösungsfindung in einem Expertengremium behandelt werden könnte. Und unbedingt müssen eben auch Handwerker dabei sein, die solche Handwerke ausüben (vergleiche dazu www.authentica.ch , wo ich das Präsidium innehabe.

Freundliche Grüsse und besten Dank für die tolle Arbeit!
Marcel Zbinden www.elements4art.ch

View all replies (3)

Philipp Kuntze Feb 26, 2018

Hier ein Beispiel, weshalb das Handwerk dringend gefördert und die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden muss:
https://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/5a9...000001/comments

Cynthia Dunning Thierstein Mar 6, 2018

Je pense que dans ce cadre les diverses associations qui soutiennent l'artisanat peuvent jouer un rôle important. Nous pouvons donc imaginer les intégrer dans le projet https://kulturerbefueralle.ch/post/496300.

Paul Hollenstein Mar 8, 2018

Sehr gute Idee, bin voll mit dir. Da klafft eine grosse Lücke

Finn Kuntze vor 11 Monaten

Viel Glück!

Ivo Kuntze vor 11 Monaten

meine stimme hast du

Lou Kuntze vor 11 Monaten

Gute Idee!

Philipp Kuntze vor 11 Monaten

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!
In wenigen Minuten endet die Ideensammlung. Nun hat die Jury die Qual der Wahl. Ich hoffe, dass viele Ideen zum Thema Handwerk den Zuschlag bekommen und drücke die Daumen.

Share