Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

Immaterielles Kulturerbe - Handwerk: Zwischen Tradition und technologischer Weiterentwicklung

von
Jean-Marc Wyss
Jean-Marc Wyss | vor 11 Monaten | in Ideenwettbewerb

Eines der grössten aktiven Wissens- und Erfahrungsgebiete, welches unmittelbar mit der Bearbeitung von Materialien zu tun hat und somit in direktem Bezug zur Herstellung (und Pflege) des kulturellen Erbes steht, tritt im professionellen Handwerk offen zu Tage. Obwohl viele Handwerkbetriebe sich die neusten technologischen Hilfsmittel (Maschinen, Automatisierung, Digitalisierung) aus ökonomischen Gründen zu Nutze machen, ist das Interesse und Wissen betreffend traditionellen Handwerkstechniken in den Betrieben oft präsenter, als man glaubt. Und das oftmals vor Ort! Und ohne musealem Bezug!

Gerade Handwerksverbände und/oder Meisterbetriebe könnten in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden rund um die Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes attraktive Kommunikations- und Werbekampanien zur Nachwuchsförderung lancieren, um das Interesse am kulturellen Erbe zu fördern und das traditionelle Handwerkswissen sowie die neusten technologischen Fortschritte der nächsten Generation zu vermitteln.

Renate Albrecher vor 11 Monaten

Ein schönes Kulturerbe, dass leider wirklich oft in Vergessenheit gerät. Es gibt viele Möglichkeiten, diese wiederzubeleben. Dazu hier eine ungefaehre Uebersetzung von meinem Kommentar bei https://kulturerbefueralle.ch/post/482869 , welches ebenfalls alter Metiers in den Vordergrund rückt:
In Japan gibt es einen besonderen Tempel mit einer besonderen Tradition (vermutlich gibt es viele - ich hab sie in einem gehört): Der Tempel hat eine aussergewöhnliche Bauweise, die absolut schützenswert ist.
Um diese also zu schützen - reisst man den Tempel alle 40 Jahre nieder und baut ihn wieder auf! Der Hintergrund: Somit erlebt jede Handwerkergeneration einmal den Bau mit. Ein - beim Aufbau junger Handwerker - kann dann sein Leben lang die gelernten Techniken anwenden. Und am Ende seiner beruflichen Karriere, kann er sie an die nächste Generation übermitteln.
Ist das nicht wunderschön??

Philipp Kuntze vor 10 Monaten

Beim Tempel handelt es sich um den Schrein Ise-Jingu auf der Ise-Halbinsel. Auch bekannt für die Ama-Taucherinnen. Die Tempel werden übrigens jährlich von über 7 Millionen Menschen besucht.

Renate Albrecher vor 10 Monaten

Ja, das ist der bekannteste. Es gibt aber mehrere solche Tempel, mit dieser Art von Brauchtum. Mit ist vor allem einer aus Nara bekannt.

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Philipp Kuntze vor 10 Monaten

Danke für diesen Beitrag. Den ich sehr gut finde. Wichtig scheint mir noch, dass diese Anstrengungen nicht nur Intern zwischen Verbänden und Betrieben passiert. Sondern auch die Architekten, Planer und Bauherren sensibilisiert und aufgeklärt werden. Als Beispiel das Anstreichen von Innenräumen. Heute meist mit ungesunden Silikatfarben gestrichen. Wieviele Planer schreiben heute noch einen sauberen Kalkaufbau mit Naturfarben aus. Wer plant mit gezogenem Stuck und lässt sich Naturfarben mischen und will, dass diese, ohne Zusatzstoffe, mit dem Pinsel gestrichen werden?

Philipp Kuntze vor 10 Monaten

Hier ein Beispiel, weshalb das Handwerk dringend gefördert und die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden muss:
https://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/5a9...000001/comments

Kulturerbe für alle vor 9 Monaten

Diese Idee ist zur nächsten Phase fortgeschritten
Wahl durch Moderatorinnen und Moderatoren

Andreas Teuscher vor 9 Monaten

Diese Idee ist zur aktuellen Phase fortgeschritten

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