Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

Zentrum Krimi Schweiz

von
Paul Ott
Paul Ott | Jan 14, 2018 | in Ideenwettbewerb

Kriminalgeschichten transportieren das Gedächtnis einer Nation. Wenn man sich heute über das Lebensgefühl in den 30er-Jahren informieren will, greift man zu einem Buch oder einem Film von Friedrich Glauser. Andere Autor/innen sind weitgehend vergessen.


Dennoch gibt es im Bereich Kriminalliteratur keine eigenen Sammlungen. Es ist bereits heute schwierig, ältere Bücher zu finden. Fast unmöglich ist es für die Zeit vor 1945.


Es ist aber viel Material vorhanden. Damit es nicht verloren geht, soll es zentral gesammelt, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und laufend erweitert werden.


Ein "Zentrum Krimi Schweiz" wird nicht nur zum Sammelpunkt, sondern auch zur Kommunikationsplattform für den Schweizer Krimi. Die ganze Vielschichtigkeit (Text, Theater, Ton, Bild, Film) wird vor Ort erfahren durch die Objekte, aber auch durch Präsentationen, Publikationen, Diskussionen und Visionen.


Damit wird ein Austausch über die Zeiten, die Landessprachen und die Generationen hin möglich.

Paul Ott Jan 15, 2018

Kaum hat man eine Idee platziert, drehen die Gedanken im Kopf. Man fragt sich, was sonst noch daraus werden könnte.
Wenn ein passender Standort gefunden würde, könnte man auch ein gesamtschweizerisches "Zentrum Populärkultur" einrichten. Es gibt neben dem Krimi noch viele Sparten der Populärkultur, und es wird in vielen Bereichen auch seriös gesammelt: in der Pop- und Rockmusik sind mir verschiedene Ansätze bekannt, die bisher noch keinen Weg an die Öffentlichkeit gefunden haben. Das gibt es aber bestimmt auch in Bereichen wie Karikatur, Volksmusik, Kunsthandwerk usw..
Ein Marktplatz für all diese Ideengeschichten wäre vielleicht ein reizvolles Projekt für eine mittelgrosse Schweizer Stadt?

Lächelnder See Jan 15, 2018

Das ist wirklich ein Desiderat und zudem eine Idee mit grossem Potential, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. (Ich würde aber den Kreis eng halten, und nicht gleich ein Zentrum für Populärkultur anstreben, das schwächt die Idee.) Sicherlich müsste man bei der Weiterbearbeitung des Projekts das Schweizerische Literaturarchiv mit einbeziehen.

Peter Beck Jan 18, 2018

Es ist erstaunlich, dass die Schweiz noch kein Krimi-Zentrum hat. Die Umsetzung dieser Idee ist überfällig.

Stadelmann vor 11 Monaten

Ich spendiere meine Erstausgaben von "alten" CH-Krimis (=sind ein paar!), wenn das Zentrum kommt. Ich mach auch mit, wenn es ums Anpacken gehen wird! Ich hoffe, es wird....

Jürg Niederhauser vor 11 Monaten

Eine unterstützenswerte Idee. Krimis sind eine ergiebige Quelle, um sich ein Bild machen zu können der Mentalität und Einstellungen einer bestimmten Zeit, der vorherrschenden Themen, aber auch des Sprachgebrauchs. Auch ich empfehle, auf ein Krimi-Zentrum fokussiert zu bleiben, so interessant andere popkulturelle Themen auch wären. In der Konzentration und Fokussierung liegt die Stärke.

Daniel Badraumn vor 11 Monaten

Krimis zeigen ein vielfältiges Bild unseres Landes und helfen uns, viele Eigenheiten der Leute in den Dörfern und Städten zu verstehen.

Rene Sager vor 11 Monaten

Mordsmässig gute Idee!!!

Fürst vor 11 Monaten

Die bisherigen Publikationen von Ott/Stadelmann waren wertvoll&spannend zugleich. Ich erinnere mich an die bewegende Lektüre von „Musik im Totengässlein“, verfasst von drei Flüchtlingen aus Nazideutschland, die sich in Basel ans Schreiben machten.
Oder Gustav Renkers „Schicksal am Piz Orsalia“: wenn man den bedrückend-aufwühlenden Text verfilmte, käme ein so packendes Werk heraus wie Leopold Lindtbergs „Die letzte Chance“, das uns am 27.1.18 im Schweizer Fernsehen nahegebracht wurde.
„Die Rückkehr des Herrn de Mourbach“ wiederum lässt einen die Innerschweiz und das Luzerner Hinterland in ganz eigenartigem, geheimnisvollem Licht neu entdecken.

Eine Plattform für solcherart Bücher: da freut man sich drauf!

Daniel Anker vor 11 Monaten

Friedrich & Friedrich erheben sich aus den Gräbern, um zu gratulieren!

Paul Ott vor 11 Monaten

Wie ich heute erfahre, ist am 9. Februar 2018 unser äusserst geschätzter Kollege und lieber Freund Sam Jaun verstorben!
Mein herzliches Beileid an die Trauerfamilie.
Man erinnere sich seiner, indem man seine Bücher lese.
In der Todesanzeige steht Tröstliches: "Wer Sam gedenken möchte, stosse mit guten Erinnerungen auf ihn an."

Eine mögliche Aufgabe eines "Zentrums Krimi Schweiz" wäre nun, dieses Autors zu gedenken, sein Werk lebendig zu erhalten und nachfolgenden Generationen sowie der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Roger Levy vor 11 Monaten

Krimi? Hä? Ein Archiv? Ein Weg zum Schweizer Krimi? Literatur? Ich kenne nur die Krimis aus dem Fernseher. Wer kennt den Tatort nicht? Aber ein Tatort in Buchform? Vergiss es.

Oder ist alles ganz anders? Ja. Es ist. Ich liebe z.B. Geschichten, egal welcher Art, die ihren Inhalt, ihre Geschichte in Zürich finden. Plötzlich finde ich mich im Oberdorf, biege in eine Gasse ein und der mir nicht bekannte Täter kommt mir entgegen. Der Raum ist mir mir bestens bekannt, nicht aber seine Benutzer. Hier setzt das Persönliche ein. Der Autor nimmt mich an die Hand, führt mich in eine unbekannte Welt, die aber, wie gesagt, räumlich meine Heimat ist.

Und so würde ich mich über einen offenen, informativen Zugang freuen.

Claudia Thierstein-Imfeld vor 11 Monaten

Gute Idee und eigentlich schon längst fällig! Sie freut mich besonders für meinen Vater, den Schöpfer des Herrn de Mourbach (wenn auch posthum).

Christof Gasser vor 11 Monaten

Ich finde die Idee super. Ich habe auch schon an eine Art "Krimi Forum Schweiz" gedacht, dass sich mit dem Krimi im Wandel der Gesellschaft auseinandersetzt. Es sollten alle Landessprachen und -Kulturen einbezogen werden.

Raphael Zehnder vor 10 Monaten

Bei der Uni Zürich existiert bereits ein zumindest verwandtes Institut: http://www.isek.uzh.ch/de/populärekulturen.html

Paul Ott vor 10 Monaten

Herzlichen Dank für den Hinweis!

Paul Ott vor 10 Monaten

Ich sehe gerade, da lehrt auch Brigitte Frizzoni, die schon öfter über den Krimi geschrieben und für die Autor/innen an den "Mordstagen 2011" eine Vorlesung gehalten hat.

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Kilian T. Elsasser vor 10 Monaten

Schweizer Krimis, die einen an bekannte Orte führen, haben einen eigenen Charme und verbinden die eigene Geschichte mit einer fiktiven Erzählung. Skeptisch bin ich eine weitere Institution zu gründen, die Ressourcen bindet. Es gibt viele bestehende Institutionen, wie Bibliotheken und Literaturhäuser, die Ausgangsbasis eines Krimizentrums oder vieler Zentren sein könnten.

Paul Ott vor 10 Monaten

Da spricht selbstverständlich alles dafür, ein "Zentrum Krimi Schweiz" einer bestehenden Institution anzugliedern. Völlig auf sich allein gestellt, wird man wohl heutzutage nicht mehr wahrgenommen.

Stadelmann vor 10 Monaten

Lieber Kilian, seh ich schon auch so, das mit den bestehenden Institutionen, aber diese Institutionen tun sich aus Erfahrung eben äusserst schwer. Wir haben schon ziemlich "rungefragt"... Herzlichst: Kurt

Kilian T. Elsasser vor 10 Monaten

Jede Institution ist zu gross zum Sterben und zu klein zum Leben. Aber das Gärtchen wird trotzdem gepflegt.

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Kulturerbe für alle vor 9 Monaten

Diese Idee ist zur nächsten Phase fortgeschritten
Publikumswahl

Andreas Teuscher vor 9 Monaten

Diese Idee ist zur aktuellen Phase fortgeschritten

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