Kulturerbe für alle/Patrimoine pour tous/Patrimonio per tutti

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Das Fest / La fête / La festa

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 7 Monaten

Am 4. Mai hat die Jury im Schwellenmätteli in Bern die besten Ideen prämiert. Auf der Gästeliste standen alle, die beim Ideenwettbewerb mitgemacht haben.Dans une ambiance conviviale, quelque 200 participantes et participants ont fêté les lauréates et lauréats, échangé leurs points de vue sur le patrimoine culturel et élaboré des premiers plans pour le concours de projets. Il team di Patrimonio-per-tutti ringrazia di cuore tutti i presenti! 

Nina Mekacher

Nina Mekacher begrüsst die Gäste im Schwellenmätteli.

 

Isabelle Chassot

Allocution d’Isabelle Chassot, directrice de l’Office fédéral de la culture.

 

Isabelle Chassot

 «Ich wünsche mir, dass das Kulturerbejahr 2018 ein Jahr für Experimente wird.»

 

Andreas Teuscher & Jury

Andreas Teuscher stellt die anwesenden Jurymitglieder vor (v.l.n.r: Ivo Adam, Salomè Vogt, Charles Pictet, Dennis Lück).

 

And the winner is...

 Gewonnen haben...

 

Noémie Guignard

... Noémie Guignard avec Kaleidoscape - Voyage sonore – Audioerlebnis,

 

Renate Albrecher

... Renate Albrecher mit ÜberBrücken – ÜberMenschen,

 

Brigit Eriksson

... K'werk Zug (vertreten durch Brigit Eriksson) mit «Miini Schliichwägli» – Kinder erkunden ihre Stadt,

 

Olga K.

... Olga Konchenkova avec Lingua Bingo/Art/QR code/App,

 

Bruno Meier

 ... Bruno Meier mit Die Thermen von Baden: Der heisse Brunnen,

 

Michèle Bless

 ... Michèle Bless mit Neue Liebe für verlorene Häuser – Tinder für bedrohte Baukultur!...

 

Huber & von Lerber

 ... sowie Joachim Huber & Karin von Lerber mit Unser Fussabdruck als Bildungstouristen – Bildungshunger als Zerstörungspotential.

 

Bigler, Häne, Löw, Grau, Vaschetto

Dennis Lück gratuliert auch Patrick Bigler (Industriegeschichte mit Zukunft | Avenir patrimoine industriel), Jonas Häne (stellvertretend für Martina Löw, Zurück in die Zukunft) sowie Sébastien Grau & Camille Vaschetto (Toucher et expérimenter pour mieux comprendre l’art / Anfassen und Experimentieren, um Kunst besser zu verstehen).

 

Discokugel

Marie-José Wiedmer a elle aussi su convaincre le jury avec son idée intitulée  Patrimoine éphémère | Ephemeres Erbe. Comme elle n’a pas pu être présente à la fête, nous lui dédions cette boule à facettes.

 

Albrecher, Kunze, Elsasser

Sonderpreise für besonders aktive und konstruktive Teilnahme gingen an Philipp Kunze, Renate Albrecher, Kilian Elsasser und Gérard Genoud (nicht auf dem Bild).

 

Ms. Hyde

Dopo la premiazione, via alla musica, in compagnia del DJ Ms. Hyde…

 

Ein Glas Wein

... un bel bicchiere di vino...

 

Essen

 ... tante buone cose da mangiare...

 

Gespräche

 ... tra discorsi avvincenti e stimolanti.

 

Klein

 Auch die Kleinsten kamen auf ihre Kosten.

 

Crew

Erschöpft aber zufrieden: die Kulturerbe-für-alle-Crew nach einem langen Tag (Andreas Teuscher, Nina Mekacher und Linus Pfrunder). 

 

Ein Tänzchen

Zum Abschluss ein Tänzchen!

 

Alle Fotos: Matthias Käser, GIF: Andreas Teuscher

Kulturerbe und Identität

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 8 Monaten

Von Fanny Vuagniaux und Jean-Marc Wyss

Die lebensweltlichen Verweisungszusammenhänge und Alltagsgewohnheiten, die das hervorbringen, was wir als „Identität“ bezeichnen, haben sich durch technologische Entwicklungen dynamisiert und fundamental verändert. Der Umgang mit Informationen ist heute angesichts der medialen Vielfalt grundlegend anders als noch vor einigen Jahren. Der Diskurs der Expert/innen, der eine fachliche Selektion und Redaktion voraussetzt, welche die interessierte Öffentlichkeit für die Anliegen des kulturellen Erbes zu sensibilisieren hofft, ist teilweise nicht mehr zeitgemäss. Formaten wie den "Europäischen Tagen des Denkmals" mangelt es an partizipativ-gestaltenden und damit identitätsstiftenden Elementen. Die Erwartung ist heute, als Individuum selbst Teil einer erlebten Geschichte zu sein. Dieser Wunsch kann durch den Expertendiskurs nicht mehr eingelöst werden. Es stellt sich also die Frage: Welche Form(en) von Erzählungen braucht es, damit das Kulturerbe wieder Einzug in die alltäglichen lebensweltlichen Verweisungszusammenhänge findet?

Herausforderung – Das Neue Bauen

Prominenten Bauwerken aus vergangenen Jahrhunderten wie zum Beispiel der Kathedrale von Fribourg (Abbildung 1); – aufgeladen durch ihren bezeugten „rituellen“, „kulturellen“, „historischen“ und „ästhetischen Wert“ –, scheint eine schon fast intrinsische Legitimität zum Erhalt inne zu wohnen.

 

Abbildung 1: Cathedrale St. Nicolas de Fribourg (Bildquelle: Wikimedia Commons)

Für jüngere und jüngste Objekte gilt dies nicht im gleichen Masse. Um beim Beispiel Fribourg zu bleiben: Hier gehören zur Stadtsillouette nicht nur der genannte Sakralbau, sondern auf der gegenüberliegenden Seite der Sarine auch Siedlungsbauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Unter ihnen die markante Wohnsiedlung „Sicoop Schoenberg“ an der Route des Vieux-Chênes 5 und 7 (vgl. Abbildung 2), die von Jean Pythoud, Roger Currat und Thomas Huber (Architectes Associés Fribourg (AAF)) zwischen 1966 und 1972 realisiert worden ist. Im Wissen, dass sich der Siedlungsbau als Typologie selbst bei Architekten (Experten) erst in jüngster Zeit als programmatische Aufgabe hat etablieren können, und dieser Typus im Gros daher oftmals architektonische Qualitäten vermissen lässt, kann man sich die Schwierigkeiten im Meinungsbildungsprozess der Bevölkerung (Laien) vorstellen, wenn Zeugen des modernen Bauens unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. So geschehen bei der Siedlung „Sicoop Schoenberg“ im Jahre 2016, als das Objekt in der höchsten Wertkategorie A in das Recensement der kantonalen Denkmalpflege aufgenommen wurde.

 

Abbildung 2: Immeuble "Sicoop Schoenberg" de l'architecte Jean pythoud et du Bureau Architectes Associé Fribourg AAF (Bildquelle: pro-fribourg)

Einbezug aller Beteiligten

Soll ein Bewusstsein für Fragen der denkmalpflegerischen Schutzwürdigkeit von Bauwerken oder ganzen Ensembles geschaffen werden, führt kein Weg am Einbezug der ortsansässigen Bevölkerung vorbei. Die Teilhabe an Diskussionen oder Workshops rund um denkmalpflegerische Werte schutzwürdiger Ensembles aus dem 20. Jahrhundert würde den Bewohner/innen die Möglichkeit bieten, sich durch die Auseinandersetzung mit dem Bauerbe des modernen Zeitgeistes und der multikulturellen Gesellschaft bewusst zu werden. In diesem Rahmen können besondere architektonischen Qualitäten wie bspw. die räumliche Anordnung der Bauvolumina zur Umgebung oder die Organisation und Gliederung der Raumprogramme und Wohnflächen zur Sprache kommen. Ferner gilt es auf insititutioneller Ebene alle beteiligten Stakeholder (Investoren, Besitzer, Immobilien- und Gebäudeverwalter) in einen Dialog einzubeziehen, um qualitätsvolle Erhaltungsmassnahmen zu etablieren. Nur so können unnötige Bau- oder Sanierungssünden langfristig verhindert werden.

Di Aixa Andreetta

È tempo di considerare la cultura non solo come qualcosa di secondario, ma qualcosa che è parte fondamentale del nostro benessere alla pari dello sport o di altre attività ricreative che sono da sempre meno oggetto di controverse discussioni in termini di utilità e possibili finanziamenti.

Il patrimonio non solo va preservato ma incrementato e reinvestito. Se guardiamo i dati sugli ingressi ai musei, notiamo che la lunghezza delle code è inversamente proporzionale alla qualità dell’esperienza. Il rischio è però quello di trasformarci (definitivamente) in un parco divertimenti dove il tipico, il locale, l’eccellenza sono dimensioni soggette a una paradossale inversione dei fini: da elementi di peculiarità e di “verità” dell’offerta a rappresentazione sempre più “plastificata” di una domanda segmentata in senso industriale.

E questo con riflessi negativi non solo in sede di conservazione e di gestione dei beni culturali in sé, ma di qualità della loro fruizione: tutti cerchiamo di incorporare il famoso “esperienziale” nelle catene di produzione del valore. È davvero sempre sensato?

Come uscirne senza togliere allo spettatore l'emozione di scoprire e di assaporare la cultura ? Una strada, tutto sommato ben tracciata ma ancora poco percorsa, consiste nel ricomporre la dimensione culturale come innovazione del welfare, mutando a tal fine sia i due termini della questione (che cos’è cultura e cosa significa protezione sociale) che le loro connessioni. La cultura è (o potrebbe essere) un formidabile condensatore di coesione sociale perché da un evento, uno scavo, una performance si possono innescare processi di costruzione di comunità, cambiando le regole d’ingaggio in senso più aperto e inclusivo. Inoltre la cultura svolge (o può svolgere) un ruolo complementare rispetto a modelli di servizio sociale, sanitario, educativo spesso vittime di routine burocratiche che ne minano l’efficacia rispetto a un quadro di bisogni non solo ampliato ma fortemente mutato al suo interno.

La sfida consiste in una rivoluzione dei modelli di servizio che si definiscono “di pubblica utilità” e delle loro economie, uscendo da una logica prestazionale iper specialistica ed educando invece competenze orizzontali, verosimilmente improntati sulla coproduzione. Ecco quindi che è necessaria una revisione profonda della formazione professionale e dei contratti di lavoro per immettere (o rigenerare) le competenze di una nuova generazione di operatori dell’esperienziale: capaci di fare comunità amplificando le loro capacità connettive nei rapporti personali, nei contesti digitali e tra locale e globale.

La seconda sfida richiede invece un passaggio, altrettanto epocale, nell’impostazione dell’economia pubblica passando dalla sola redistribuzione centralizzata (e poco conta che il centro sia rappresentato dalla capitale o da un piccolo comune) a una logica di investimento orientato, attingendo a una platea composta non solo di attori istituzionali da ricompensare con un qualche “bonus”, ma una più ampia gamma di persone attratta da nuovi modelli di fruizione, consumo e ben-vivere. In sintesi l’impatto sociale che fa da “pesce pilota” per l’allocazione di risorse che si sanno, almeno in parte, rigenerare. Un po’ come se il patrimonio culturale, diventasse una fonte affermata e riconosciuta dove la  cura e i benefici, fossero alla pari del principale ambito di svago nel nostro paese che è lo sport.

Par Renate Albrecher

Le « patrimoine immatériel » – qu’est-ce que c’est pour vous ? Vous en connaissez fort probablement la définition officielle. Vous connaissez sans doute également la liste du patrimoine immatériel de Suisse, avec actuellement env. 200 traditions vivantes inscrites. Et si tel est le cas, vous l’avez probablement déjà parcourue, en décomptant comme moi combien de ces traditions vivantes se sont inscrites au moins une fois dans votre vie. Ce faisant, je m’attendais à ce que mon taux de ces traditions déjà vécues corresponde à mon sentiment de « swissness ». Quelle déception ! Pourtant, j’ai le plaisir d’avoir passé maintenant presque un quart de ma vie en Suisse, j’y suis bien intégrée et m’intéresse à son patrimoine culturel, à ses habitants, à son organisation et à son fonctionnement. Qu’est-ce qui me permet donc de me sentir ici en Suisse « chez moi » et plus « chez eux », comme à mon arrivée ? Quel rôle joue le patrimoine immatériel quand on change de lieu de vie ?

Ayant vécu dans plusieurs pays, j’ai constaté que son propre positionnement dans une société est fortement influencé par l’accès qu’on a à une certaine « mémoire collective ». Cela détermine en effet le degré avec lequel on se sent être partie prenante d’un groupe, d’une société, d’une commune, d’un canton et d’un pays.

Tous les pays, cantons, sociétés ont leur propre appréhension du temps, avec d’autres interprétations des cycles et des fêtes de l’année. Même s’ils sont issus d’une même source, ils sont différemment vécus, nous imprègnent d’une autre mémoire collective. Ce sont ces traditions, ces fêtes et leurs interprétations et mythes qui nous guident le long de l’année et dans l’appropriation de notre espace de vie. Elles créent les petits plaisirs du quotidien et définissent les temps forts du calendrier et de nos existences. On s’oriente par rapport à elles et on s’y réfère – dans ses décisions et plannings, ses expressions, ses références culturelles et même dans son humour.

Un Matin de Pâques en Valais                                   Un sentier de randonnée près d'une bisse

     

Images: Renate Albrecher

C’est lorsque l’on ne peut pas partager des références à son propre patrimoine culturel avec son entourage que l’on commence à saisir l’importance de cette mémoire collective. Dans mon expérience, des « dates marquantes » du calendrier passaient – sans que les coutumes sociales correspondantes soient pratiquées. Pas de « Sternsinger » le 6 janvier, pas de rando publique le 26 octobre, plus de ces chants paisibles et harmonieux de ma patrie, qui illuminaient les courtes journées et longues nuits du temps de l’Avent, ni de Christkind qui aurait dû apporter le sapin décoré dans la soirée du 24 décembre – et pas avant.

Les allusions, les sous-entendus qui me brûlaient les lèvres – combien de fois ai-je dû les garder pour moi, car ils auraient impliqué la conscience du même cadre culturel – livres, chants, personnages, monuments, événements, etc. Sans connaissances partagées, ils perdent leur signification profonde.

Quand on ne peut plus partager ses traditions et interprétations avec autrui, un grand vide, un vacuum s’installe. On se sent seul, exclu, fragile. C’est dans son absence que la signification du patrimoine culturel se dévoile violemment à l’individu.

Mais, avec le temps et grâce au patrimoine culturel des pays habités, d’autres moments forts se sont inscrits dans ma vie. Comme ici, en Suisse, se rassembler dans sa commune en plein été pendant les vacances, allumer un feu et chanter ensemble. La première année, c’était excitant pour la sociologue en moi, mais encore sans résonance émotionnelle, sans accès à cette mémoire collective liée au 1er août. Par contre, j’ai fortement ressenti ceci : ceux qui connaissent, ceux qui savent, ils y célèbrent leur groupe, leurs convergences, leur devenir et leur être – consciemment ou pas.

Après plusieurs « Cantiques » et « Hymnes nationaux », partagés avec des amis, voisins, visages connus, cela commençait aussi à toucher une corde en moi. L’apéro et le verre de l’amitié, la soirée fondue ou raclette suivie d’une partie de jass sont devenus des temps forts d’amitié et de partage. Ils illuminent ainsi même la phase de l’année où la course du soleil laisse place à plus d’obscurité – tout comme cette belle tradition des « Fenêtres de l’Avent ».

    

Images: Wikimedia Commons                                  Wikimedia Commons

Le patrimoine culturel immatériel – c’est donc plus qu’une liste, plus que des mots pour moi. C’est ce qui nous permet de nous comprendre et de nous connecter avec autrui à travers le temps et l’espace. Ce patrimoine culturel, il s’exprime en points d’orientation durables, qui offrent l’occasion d’y revenir : soit dans le calendrier, soit sur la carte géographique. Il nous donne accès à une mémoire partagée, qui nous connecte aussi avec ceux qui étaient avant nous et ceux qui viendront après nous.

Ce patrimoine culturel, il laisse des traces dans nos vies, il crée même des liens à l’intérieur de notre propre biographie : revisiter un lieu particulier, réécouter et rechanter la même pièce musicale – cela fait ressurgir les souvenirs de la dernière fois, et ceux d’avant, etc. Cela nous permet de redécouvrir le connu avec un regard évolué. En vivant ces moments, nous partageons tous cette expérience forte de la présence du passé en parallèle avec l’évolution permanente. Cela est aussi rassurant, de ne pas vivre seul cette ambivalence.

C’est donc dans ces moments et émotions marquants, en ces « lieux » particuliers, que les souvenirs individuels et la mémoire d’un peuple s’attachent, perdurent et continuent à s’écrire. C’est dans ces moments et endroits que l’on peut rencontrer l’histoire d’un pays, son peuple, sa fierté, ses blessures et ses forces. C’est le partage de ces lieux et de ces moments qui nous permet d’apprendre à parler le « swiss ».

Von Dehio Alois und Marie S.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Dies zeichnet sich in allen Lebensbereichen ab: Egal ob es darum geht, wo wir feiern, welche Labels wir tragen, was wir essen, oder wo wir am Sonntag zum Kulturprogramm hingehen – in all diesen Dingen werden wir uns stets voneinander abgrenzen. Dasselbe Phänomen findet sich beim Kulturerbe. Wenn wir als zwei extreme Beispiele die Reitschule in Bern und das geplante Humboldt-Forum in Berlin nehmen, lässt sich die Bipolarität gut darstellen. Die angestrebte Mischung im Humboldt-Forum, die ähnlich einer Mall für Kultur aus Ausstellungsräumen und Bibliothek bestehen wird, ist an sich eine gelungene und interessante Idee, wird aber voraussichtlich nur bürgerliche Personen, grossenteils mit universitärem Abschluss anziehen.

 

Bildquelle: © SHF / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG (humboldtforum.com)

Im Gegensatz dazu steht die Reitschule in Bern, ebenfalls ein kulturelles Zentrum, das jedoch stärker alternative Menschen anzieht und durch seine linke Einstellung auf bürgerliche Personen abschreckend wirkt. Dies kann man auf die vielfältigen Bereiche in der Erhaltung von Kulturerbe übertragen. Egal, wie sehr man sich bemühen wird, die unterschiedlichen Disziplinen näher zusammenzurücken – die verschiedenen Kreise, die sich für das jeweils Eine interessieren, werden bleiben. Möglicherweise würde eine gesamtheitliche Sicht auf das Thema zwar das Verständnis verbessern, aber kaum das Interesse auf andere Bereiche erweitern. Genauso schwierig ist es, Bevölkerungsgruppen für die Thematik zu interessieren, die diese vorher kaum beachteten. Um das zu erreichen, müsste man die gesamte Gesellschaft in ihren Strukturen grundlegend verändern.

 

Bildquelle: Wikimedia Commons

Kultur wird politisiert, wie am Beispiel der beiden Kulturzentren beobachtet werden kann. Die angebotenen Inhalte sind ähnlich und unterscheiden sich vor allem in ihrer Struktur und Finanzierung. Das Kulturzentrum in Bern entwickelte sich aus einer basisdemokratischen Struktur, hingegen das Humboldtforum wurde durch ein Kunstprojekt initiiert und von einer öffentlich-privater Trägerschaft projektiert. Zu Beginn wurde das Projekt durch den deutschen Unternehmer Wilhelm von Boddien und mit zusätzlichen Muliplikatoren forciert. Im Jahre 2007 stimmte das Bundeskabinett dem Bau des Humboldtforums zu.

In unseren demokratischen Ländern fällt es schwer, „Kulturerbe“ als ein grosses Ganzes zu verstehen. Dies resultiert aus ganz verschiedenen Faktoren und kann auch auf die starke Spezialisierung von Disziplinen zurückgeführt werden. Spezialisierungen haben dazu geführt, dass die Bereiche der Kulturerbeerhaltung für die Allgemeinheit schwer verständlich geworden sind. Es sind fachspezifische Disziplinen entstanden, die in einem langwierigen Prozess wieder unter- und miteinander zu verknüpfen sind.

Wo ist die Einheit in der Vielheit? In dieser Frage steckt das Bedürfnis, eine Ganzheit zu finden. Dieser Frage nachzugehen ist etwas irreführend, denn sie gleicht einem Fraktal, einem in der Grösse sich wiederholenden Muster. Wie sollen wir das Muster betrachten? Wenn wir die Menschheit als Einheit nehmen, dann wird die Vielheit eine andere sein als wenn wir die Europäer als die bestimmende Einheit nehmen. Wir müssen Kulturerbeerhaltung möglichst vielfältig beibehalten, damit spätere Generationen sich mit dem Erbe auseinandersetzten können. Mit späteren Generationen ist ebenfalls gemeint, dass sich Menschen erst ab einem gewissen Alter und Bildungsprägung mit den geerbten Kulturgütern auseinandersetzen, weil sie vorher selbst damit beschäftigt sind, Kultur zu schaffen. Es ist für die Meisten verständlich, dass Kultur und deren Produktion früh bei der Bevölkerung verankert werden muss, denn sie ist identitätsstiftend und kann verbindend wirken. Es ist hilfreich, einen Status Quo zu definieren, um in eine bestimmte Richtung fortzusetzen. Kultur ist ein sich stetig verändernder Prozess. Die Vermittlung der erhaltenswerten Kulturgüter muss beides leisten können, nämlich sowohl die Einheit, die den Zeitgeist widerspiegelt, als auch die Vielheit gewährleisten.

Plus belle la Suisse

Veröffentlicht von Patrimoine pour tous vor 9 Monaten

Par Oliver Martin

Qui traverse aujourd’hui la Suisse, nos paysages, villes et villages, ne peut ignorer une tendance inquiétante : la qualité de ces espaces est mise à l’épreuve. Tandis que les centres des villes et villages historiques et d’autres sites du patrimoine culturel sont en grande partie encore protégés – autrement dit là où les biens culturels ont pu éviter le pire – et alors que des exemples remarquables d’architecture contemporaine et d’ouvrages de génie civil voient le jour, nous assistons à une banalisation du bâti.

La Suisse du quotidien est de plus en plus marquée par un étalement urbain sans ambition. De nombreux sites de notre patrimoine historique et culturel sont noyés dans des espaces marqués par des infrastructures, des successions de centres commerciaux, des zones industrielles et des périphéries certes planifiées mais insuffisamment aménagées, ou alors situées dans des aires résidentielles sans grande prétention formelle. La population se rend compte de ce malaise ; toutes les dernières votations en sont la preuve. Il y a dès lors l’urgence d’une action commune afin d’améliorer notre environnement bâti !

   

Photos: Nicolas Savary 2004

Dans ce débat, la culture a été reléguée à l’arrière-plan. Et cette situation a des conséquences sociales négatives, car l’environnement bâti influence profondément le bien-être et la qualité de vie des habitants : il joue un rôle décisif dans les interactions et la cohésion sociales, la créativité et l’identification au lieu. C’est pourquoi bâtir fait partie de la culture, bâtir ouvre un espace pour la culture. C’est pourquoi aussi, et tout particulièrement en cette période de changements planétaires rapides, le développement et l’évaluation de l’environnement bâti doivent être au centre des préoccupations. Il est grand temps d’exiger une politique de la culture du bâti de qualité.

Qu’entend-on par culture du bâti? Tout ce que nous construisons et tous nos processus de planification expriment notre culture du bâti. Même le grand centre commercial au milieu d’un paysage préservé : Comment est-il arrivé là ? L’organisation du tissu bâti, les rapports qu’un objet entretient avec son environnement bâti et naturel, la cohérence spatiale, les questions d’échelle et de matérialité, tous ces facteurs ont des répercussions directes sur la qualité de notre espace de vie. Une culture du bâti de qualité s’exprime donc à travers une conception réfléchie et concertée de toutes les activités de construction et d’aménagement du paysage.

Certes, la loi fédérale sur l’aménagement du territoire révisée stipule un développement de qualité pour tout le pays. Mais la qualité est exigeante et fatigante. Elle nécessite des compétences et de l’expertise, du travail et du temps. Elle est le résultat de réflexions, de débats, de participations publiques. Elle veut le bien commun. Elle est l’ennemi du profit individuel rapide, qui obéit uniquement aux ordres économiques et techniques. Les enjeux politiques, souvent locaux, font le reste.

   

Photos: Mathieu Gafsou 2012

Une des préoccupations actuelles est la densification des villes et des villages. Bien naïf celui qui croit qu’elle représente une opération facile. Et bien sournois celui qui y voit une opportunité idéale de faire croître les rendements immobiliers par davantage de développement dans les zones centrales. Enfin, bien crédule celui qui prône la réduction des règles normatives de protection, pour gagner plus de marge de manœuvre en visant une meilleure qualité de nos espaces. Car, lorsque l’espace devient moindre, la complexité augmente forcément. Trouver la bonne solution devient plus exigeant, et nécessite davantage, et non moins d’expertise. Évidemment, construire a un coût et doit aussi être rentable ; l’énergie doit être rigoureusement économisée ; la mobilité représente un aspect important, et les choix et les libertés individuels sont à protéger ; et enfin la protection de l’environnement, des eaux, les mesures contre le bruit sont aussi à prendre en compte. Ne cherchons pas à réduire cette  complexité au détriment de la qualité de l’espace et de notre qualité de vie, mais travaillons davantage, ensemble, pour faire mieux.

Une telle manière de planifier et de construire se nomme une culture du bâti de qualité. Elle favorise des quartiers diversifiés et dynamiques pour le bien-être des habitants, protège le patrimoine, crée et transforme avec réflexion, préserve l’environnement et est créatrice de valeur économique. Avec la Déclaration de Davos 2018, les Ministres européens de la culture se sont engagés au niveau international. En Suisse, le débat est lancé. Participez !

Source: bak.admin.ch

Städtetourismus - Fluch oder Segen?

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 10 Monaten

Von Martina Löw und Jonas Häne

In den letzten zwanzig Jahren erfuhr der Städtetourismus einen Boom. Mit den vielen Touristen ging ein Wirtschaftswachstum einher. Als Beispiel sei hier Barcelona genannt, welches sich in einer Wirtschaftskrise befand und dank dem Tourismuswachstum aufblühte. Der anfänglichen Euphorie folgte die Ernüchterung. Mit dem vermeintlichen Segen der Touristenströme verbunden war ein Hotelbau-  und Wohnungsaufwertungsboom, welcher die Boden- und Wohnungspreise steigen liess und zu einer Gentrifizierung der innenstädtischen Quartiere führte. Durch das Füllen der Innenstädte mit Touristen veränderte sich der Charakter der Quartiere. Die Einheimischen zogen in die Peripherie. Für viele Quartierläden und kleine Geschäfte wurden die Mieten zu teuer. Die Nahversorgung ging an Souvenirläden und grössere Ketten über. Dadurch ging auch das charakterbildende Alltagsleben verloren, welches gerade von Touristen gesucht wird. Was bleibt ist eine Art Disney-Land aus berühmten Kulissen, welche nicht mehr belebt sind. Auch am Beispiel von Venedig ist das gut zu erkennen; die italienische Kulturstaatssekretärin Ilaria Borletti erwog einen Eintrittspreis für die Altstadt von Venedig.

Gerade die drastische Massnahme eines Eintritts muss kritisch betrachtet werden, da sie sich auf den finanziellen Aspekt beschränkt. Interessierte Touristen mit einem kleineren Geldbeutel würden die Stadt weniger besuchen können. Eine gerechtere Lösung wäre zum Beispiel, ein Kontingent der monatlichen Anzahl an Touristen in Altstädten festzulegen. Die Festlegung dieses Kontingents sollte ein demokratischer Entscheid sein, bei dem die Bevölkerung ein Mitstimmrecht hat, ansonsten wird es von Lobbyisten verfälscht. Experten und Expertinnen der Stadtplanung, des Tourismus und der Politik sollten einbezogen werden. Das Kontingent könnte anhand der Infrastruktur und Grösse der Stadt mit Einbezug des Verhältnisses von Bewohner zu Tourist berechnet werden.

Ein solches Kontingent würde eine Steigerung der Wohnqualität der Bewohner mit sich bringen. Es wäre damit zu rechnen, dass die Einnahmen aus dem Tourismus zurückgehen. Allerdings wäre die Stadt attraktiver für Besucher und diese würden sich nicht nur auf gewisse Jahreszeiten beschränken, sondern auf das ganze Jahr verteilen.

Ein neueres Phänomen ist die Zweckentfremdung von Wohnraum als Besucherunterkunft. Es ist natürlich sinnvoll, dass dieser Raum permanent genutzt wird und nicht leer steht, wenn jemand im Urlaub ist. Verfügbarer Wohnraum sollte jedoch nicht ausschliesslich für die Unterbringung von Touristen dienen. Das Zweckentfremdungsverbot von Wohnraum, welches in Berlin 2014 in Kraft getreten ist, kann hier als Vorbild gesehen werden.

Um dem grundsätzlichen Problem der Gentrifizierung entgegenzuwirken, könnte man ein Gesetz schaffen, welches vorschreibt, dass zerstörter Wohnraum in einem Radius (von z.B. 500m oder im selben Quartier) ohne nennenswerte Mieterhöhung und Qualitäts- oder Bruttogeschossflächenverlust ersetzt werden muss. Damit könnte den Bewohnern des Quartiers der Erhalt ihres gewohnten Lebensumfeldes ermöglicht werden. Zusätzlich müssten Tourismusströme grossflächiger verteilt werden. Weniger bekannte Sehenswürdigkeiten könnten besser erschlossen und eventuell die Öffnungszeiten aneinander angepasst werden, damit die Besucher nicht nur die bekanntesten Orte aufsuchen.

In der Schweiz ist das Problem des übermässigen Tourismus auf Grund der Hochpreislage noch nicht so prekär, doch auch hier ist eine zunehmende Tendenz zu beobachten. Als Beispiel ist das Aussterben des lokalen Detailhandels wegen steigender Bodenpreise zu nennen. Wir empfinden es daher als wichtig, dass die Entwicklung des Städtetourismus in der Schweiz eng beobachtet wird und dass frühzeitig flankierende Massnahmen entwickelt werden. Er muss auf der Agenda von politischen Diskussionen bleiben und darf nicht ungeregelt dem freien Markt überlassen werden.

Parc Güell in Barcelona (Bildquelle: Wikimedia Commons)

 

Neue Technologien

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 10 Monaten

Von Vera Scart

Zweifelsfrei bieten Kulturerbestätten und Baudenkmäler eine unerschöpfliche Forschungsgrundlage für Hightech Projekte. Die weiterführende und interdisziplinär angelegte Forschung an diesen Objekten bildet die Grundlage für den technischen Fortschritt in verschiedensten Gebieten und ist bis heute noch lange nicht ausgeschöpft. 3D-Scan, Virtual-Reality-Modellierungen, Drohnen, Laserscanner, 3D-Druck oder die Virtuelle Archäologie sind nur wenige Beispiele aktueller Forschungsgebiete, die künftig unsere kulturellen Schätze erforschen und Vergangenes virtuell erlebbar machen werden.

Die Technologien des Informationszeitalters können vielseitig eingesetzt werden und dienen im Hinblick auf Kulturgüter vorrangig der Reproduktion und Dokumentation. Das vielfältige Nutzungspotential gewinnt im Kulturbereich immer mehr an Stellenwert. Gegenwärtig nutzen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger die Möglichkeiten von 3D-Scans und 3D-Drucktechnologien noch zu wenig, um komplexe Bauaufgaben zu veranschaulichen, bessere Schutzmassnahmen für Kulturgüter zu gewährleisten oder Baubefunde schneller und exakter zu dokumentieren. Zusätzlich könnten die gewonnen Daten über Online-Datenbanken weltweit ausgetauscht, erweitert, für Forschungszwecke eingesetzt oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In den gegenwärtigen Diskursen über die Möglichkeiten dieser Technologien müssen aber auch die Grenzen hervorgehoben werden. Die beispielsweise für 3D-Druckerzeugnisse verwendeten Werkstoffe wie verschiedene Metalle oder Kunststoffe, während dem Druckvorgang eingefärbte Gipse, Silikone, Keramik oder Kunstwachse können nur das Erscheinungsbild wiedergeben. In Stein gehauene kulturelle Zeugnisse und ihre materielle Substanz erzählen weit mehr über die Geschichte ihres Ortes und die kulturellen Rahmenbedingungen einer Gesellschaft als deren Kopien.

Bildquelle: bim-cim.faro.com

Virtuelle Archäologie 

Die Archäologie als Wissenschaft versucht, sich vielschichtige Vorstellungen von der Lebensweise früherer Menschen zu machen. Die virtuelle Archäologie hat sich zum Ziel gesetzt, moderne Visualisierungstechniken, wie beispielsweise die Computerspieltechnologien, für die archäologische Forschung nutzbar zu machen. Archäologische Daten wie Bodenradarmessungen, Laserscans, Erdschwerefeldmessungen und Ausgrabungsbefunde fliessen alle in der Virtuellen Archäologie zusammen und werden durch sie erst umfänglich sichtbar gemacht.

In den Projektgruppen für Virtuelle Archäologie finden sich Geo- und Feldarchäologen, Interaction- und Game Designerinnen, Medieninformatiker sowie Geowissenschaftlerinnen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zielt auf 3D-Modellierungen von ganzen Landschaften ab, an denen wissenschaftliche Fragestellungen geklärt oder Hypothesen dargestellt, verifiziert oder verworfen werden können.

Computerspieltechnologien sind prinzipiell dafür gemacht, hoch interaktive Welten für Spiele zu generieren. Genau von diesem Wissen über die detailreiche Visualisierung von grossen Raumgebilden und die Interaktivität kann die Virtuelle Archäologie profitieren. Nicht nur die topografischen Aufnahmen der Umgebung, sondern auch die Ausgrabungsstätten, die einzelnen Baukörper und deren Bauschmuck werden realitätsgetreu und detailliert in der interaktiven Umgebung wiedergegeben.

 2004 wurde ein Archiv geschaffen, das einerseits als Plattform für den weltweiten Austausch von Archäologen dient und andererseits als grosse Online-Datenbank angelegt wurde. Ein Jahr darauf wurde die NESPOS Society ins Leben gerufen. Heute können sowohl Archäologinnen und Anthropologen als auch interessierte Laien auf NESPOS ihre Forschungsergebnisse ablegen und ihre Daten den anderen registrierten Mitgliedern zur Verfügung stellen.

Dank der Forschung an virtuellen 3D-Modelleln können die Originale geschont werden. So leistet die Virtuelle Archäologie einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung und zum Schutz von Kulturgütern.

Bildquelle: artcom.de

3D-Scan und 3D-Druck Technologien

Modernste Vermessungs- und Reproduktionstechniken revolutionieren die Arbeit von Instituten, Universitäten und Museen weltweit. Die Replikate, hergestellt durch 3D-Scan und 3D-Druck, erreichen eine bisher unbekannte Genauigkeit.

Ein projiziertes Lichtmuster tastet die gesamte Oberfläche eines Objektes völlig berührungslos ab. Die durch die Oberflächenstruktur hervorgerufenen Verformungen des Musters werden von Kameras erkannt und in Form von Messpunkten aufgezeichnet. Die kleinsten Unebenheiten können so erkannt werden. Die Auflösung kann entsprechend dem Objekt angepasst werden. Bereiche von wenigen Millimetern aber auch ganze Gebäude können durch 3D-Scan virtuell dargestellt werden. Je dichter und genauer die Messpunkte aufgezeichnet werden, desto detailgetreuer ist auch das 3D-Modell. Mit diesen digitalen Datensätzen kann man mit Hilfe von 3D-Druckern eine in ihrer Erscheinung exakte Kopie des Objektes herstellen.

Die digitale Reproduktion dreidimensionaler Objekte verdrängt zunehmend herkömmliche fotografische Methoden. Eine plastische Nachbildung erlaubt einen authentischeren Blick auf Beschaffenheit und Wirkungsweise, als eine zweidimensionale Fotografie, deren Licht- und Farbverhältnisse wissenschaftliche Aussagen beeinflussen.

Dank 3D-Scans und 3D-Modellen lassen sich attraktive Vermittlungsangebote entwickeln – von der virtuellen Rekonstruktion fragmentierter historischer Bauten im Museumswesen über den Verkauf von 3D-Modellen bedeutender Kulturgüter bis zur Nutzung im Bereich der Augmented Reality.

Das neuste Grossprojekt in den deutschsprachigen Ländern ist die „3D-Scanstrasse“ namens CultLab3D. In nur wenigen Minuten können mobile Objekte mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm auf einem Fliessband gescannt und in virtuelle 3D-Modelle umgesetzt werden.

Nicht nur kunsthistorische, sondern auch naturhistorische Museen können so ihren gesamten Bestand, der nicht umfänglich in den Ausstellungsräumen ausgestellt werden kann, auf ihrer Homepage in einer Online-3D-Galerie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der im Gesetz verankerte Vermittlungsauftrag kann so optimal umgesetzt werden.


 
Bildquelle: fraunhofer.de
 
Drohnen-Technologie
 
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften schwirren sie in den Städten der Schweiz noch nicht über unseren Häuptern. Toy-Copter, Racer-Drohne, Octocopter, Kamera-Multicopter, AIR6 Flugroboter, Search & Rescue Flugsysteme oder einfach Drohnen werden immer erschwinglicher, kleiner, umgänglicher und sympathischer. Für die junge Generation werden Selfie-Drohnen angepriesen, für die etwas technisch Versierteren gibt es Drohnen-Sets zum selber zusammenzubauen.
 
Nachdem Drohnen vorrangig für militärische Zwecke wie Aufklärungsflüge verwendet wurden, können sie heute schon Leben retten. Schnell und sicher verschaffen sie dem Einsatzteam vor Ort einen Überblick über das Katastrophengebiet, sei es in den Bergen nach Lawinen, über Brandgebiete oder auf der Suche nach Verschwundenen und Vermissten.
 
In der Denkmalpflege können Drohnen unter anderem der Risiko- und Schadensprävention dienen. An einem Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung kann die konstante Überwachung des Bauzustandes durch eine Drohne immense Kosten reduzieren. Es ist nicht mehr nötig, ein Gerüst über Wochen an der Fassade anzubringen, um allfällige Schäden zu finden. Ohne Gerüst ist das Denkmal auch besser für die Öffentlichkeit sichtbar. Nachdem Schäden entdeckt wurden, können Drohnen durch entsprechende Programme Gefahrenzonen ausrechnen und als Sperrzonen deklarieren. Kosten- und Zeitersparnis, stets aktuelle Daten und eine grosse Menge an Bildmaterial sind die Vorteile, die Drohnen bieten können. Mit entsprechender Ausstattung können Drohnen ganze Häuserzeilen abfliegen und sämtliche Gebäudeschichten inklusive Kellerräumlichkeiten scannen. Mit diesen Daten lassen sich umfassende 3D-Modelle erstellen, die die Baukörper in ihrer Ganzheit im Computer wiedergeben können. Mögliche An- und Umbauprojekte können vor Baubeginn visualisiert, verglichen und entschieden werden.
 
Luftaufnahmen mit einer spezialisierten Drohne bilden eine hervorragende Grundlage für die Analyse von Städten und Dörfern, öffentlicher Infrastruktur und Topographie. In der Raumplanung können von Drohnen gewonnene Daten helfen, Fragen zur Verdichtung, Verstädterung oder Renaturierung zu klären.

 

Bildquelle: domradio.de

 

Par Olga K.

La place de l’art et de la culture dans la vie d’une société est difficile à surestimer. Réflexion artistique de la réalité, ils exercent une forte influence sur les citoyens et le développement de leur personnalité, c’est-à-dire sur leurs pensées et émotions ainsi que sur leur moralité et les grands principes de leur vie.

Une œuvre d’art incarne les idées et les émotions de son auteur. Intentionnels ou non, ces pensées et sentiments sont transmis aux spectateurs qui l’observe. Si une œuvre d’art irradie l’amour et la gentillesse, l’observateur le ressentira et sera nourri de ces émotions. Inversement, il n’est pas rare de ressentir les émotions négatives suscitées par une œuvre emplie de rage et de haine et de s’en sentir diminué.

Par héritage culturel s’entend tout ce qui est considéré suffisamment important pour être transmis par la génération précédente, conservé dans le présent et légué aux futures générations pour qu’elles en bénéficient et s’en enrichissent. 

Les futures générations… Imaginons ce que nos enfants percevront être un héritage culturel dans 30, 40 ou 50 ans. Que savent-ils de l’héritage culturel actuel ? Qu’en garderont-ils ? Qu’hériteront-ils de suffisamment précieux pour le conserver et le transmettre à la génération suivante ?

Les enfants sont notre avenir. Je crois que la seule manière de transmettre quelque chose est de leur enseigner à connaître et à admirer ce quelque chose. Tout s’accélère de nos jours dans notre société et il arrive souvent que les parents n’aient tout simplement pas le temps d’inculquer à leurs enfants ce qu’est la culture (en se rendant au musée, au concert, etc.) tant les activités scolaires et sportives emplissent les horaires de leurs enfants. 

Or, nous pouvons imprégner leur quotidien de culture sous une forme banale et usuelle comme, par exemple, une série de timbres, calendriers, boîtes d’allumettes sur les traditions suisses, photos retraçant les biens du patrimoine culturel comme des peintures, sculptures et bâtiments dotés d’ornements architecturaux, le tout accompagné de brèves descriptions.  

Essayons de regarder le monde à travers les yeux de nos enfants. Qu’y verrions-nous ?

Schutz durch Veränderung

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 10 Monaten

Von Anaï Becerra und Marlen Lanz

Etwa fünfzig Jahre sind vergangen, seit sich die Definition des Denkmalbegriffs erneuert und erweitert hat. Die damals laut gewordenen Forderungen kamen nicht nur von Historikern und Architekten, die sich zunehmend für die Sozialgeschichte interessierten und darin eine notwendige Lösung zur Erhaltung und zum Schutz der Baudenkmäler sahen, sondern von den Nutzern selbst. Grund dafür war die Einstellung gegenüber dem modernen Bauen, welche sich in den 1960er-Jahren stark verändert hatte. War die fortschrittliche Architektur vormals ein Zeichen der Demokratie und Hoffnung, so galt sie jetzt als „böse“ und Grund für die Vertreibung aus den alten Stadtwohnungen. Demgegenüber wurde der Stil des 19. Jahrhundert, der einst mit seinen Schnörkeln Macht und Herrschaftlichkeit demonstrierte, mit einem Mal von den Bürgern bevorzugt.

Mehr denn je, lässt sich dieses Phänomen auch heute noch beobachten. Altbauwohnungen sind unabhängig vom Ausbaustandart sehr beliebt. Wird ein solches Objekt saniert, sind die Mieten danach oft unbezahlbar, was einen Wechsel der Bewohnerschaft zur Folge hat. Die in den 1960er und 1970er Jahren laut gewordenen Forderungen haben sich also insofern „erfüllt“, als dass sie heute immer noch Bestand haben und in der aktuellen Architekturdebatte sehr präsent sind. Dazugekommen ist die hohe Wohnungsnachfrage und damit das Argument der Verdichtung, was die Angelegenheit noch komplexer macht.

Keine Verdrängung durch Mieterhöhung

Die Sache mit der Gentrifizierung (Foto: Sugar Ray Banister)

Wenn wir nach der sozialpolitischen Dimension der Denkmalpflege fragen, spielt der Wohnungsbau eine Hauptrolle. Es geht darum, dass Baudenkmäler sich nicht zu Luxusgütern entwickeln, die nur noch einer sehr kleinen privilegierten Schicht zugutekommen. Ebenfalls sollen sie nicht musealisiert werden. Das heisst, nicht zu etwas werden, das man nur ab und zu gegen Eintritt besuchen kann und zu dem man einen ehrerbietigen Abstand halten muss. Baudenkmäler sollen Teil unseres Alltags sein, Lebensraum bleiben und dies auch für Menschen, die nicht ganz so gut betucht sind. Anlässlich des europäischen Denkmaljahres 1975 machte Lucius Burckhardt auf diese sozialen Aspekte der Denkmalpflege aufmerksam. Er wies darauf hin, dass Arbeiterhäuser beispielsweise nicht durch die klassischen Methoden der Denkmalpflege gerettet werden können. Sie müssen auch für Mittelstandfamilien bezahlbar bleiben. Denn wäre dies nicht so, würde zwar die Nutzung erhalten, nämlich die des Wohnens, jedoch für eine ganz andere, besserverdienende Bevölkerungsschicht. Wären plötzlich alle Altstadtviertel der reicheren Schicht vorbehalten, und die Neubauten ausserhalb den Studenten und die noch weiter ausserhalb den Zuwandererfamilien, würden langsam verschiedene Viertel entstehen, mit nahezu keiner Durchmischung.

Genau das passiert heute leider schon in diversen Städten. Es gibt aber auch andere Beispiele. Basel etwa ist eine Stadt, in der die Durchmischung sehr gut funktioniert. Mit Ausnahme von einigen wenigen kleinen Vierteln, wie dem Paulusquartier oder dem Gellert, ist die Stadt sehr durchmischt. Studenten wohnen neben Einwandererfamilien und Novartis-Mitarbeitern. Das führt dazu, dass verschiedenste Kinder zusammen in die Schule gehen und so wird wiederum die Integration nachhaltig gefördert. Es gibt keine Ghettoisierung, jedes Quartier hat seine ihm eigenen ähnlich gleichwertigen Qualitäten.

Die Denkmalpflege kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie sich für den Erhalt dieser Durchmischung in den alten Mauern einsetzt. Der „Schutz“ könnte in Zukunft vermehrt darin bestehen, dass man sich gewissen Veränderungen öffnet. Unsere Gesellschaft verändert sich. Familien werden kleiner, es gibt mehr Emigration und Immigration. Das heisst, auch die Wohnraumpolitik muss sich verändern. Nicht nur Neubauten, sondern auch Umbauten die rücksichtsvoll mit dem Bestand umgehen, können etwas dazu beitragen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Dachstühle könnten mittels Dachgauben in einen bewohnbaren Raum verwandelt werden. Ebenso wäre mehr Mut zu Aufbauten und Anbauten förderlich für eine nachhaltige Verdichtung der Stadt. So schützt man die Bauten auf eine neue Weise: nämlich davor, musealisiert oder ein Luxusgut zu werden. 

 

Kulturerbe und Terrorismus

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) vor 11 Monaten

Von Raphael Diaz

Zahlreiche Medienberichte führten uns in den letzten Jahren vor Augen, wie verheerend sich bewaffnete Konflikte auf das Kulturerbe auswirken. Terroristen inszenieren sich als Bilderstürmer und finanzieren ihren Kampf durch illegalen Handel mit Kulturgut. Zurück bleiben zerstörte Bauwerke und geplünderte Museen und Fundstätten. Mit der Veränderung des Konfliktes in Syrien und im Irak besteht die Gefahr, dass all dies allmählich in Vergessenheit gerät. Gerade wenn die mutwillige Zerstörung von Kulturerbe nicht in aller Munde ist, sollten Massnahmen für deren Vorbeugung gesucht und implementiert werden.

Meiner Ansicht nach müssen diese unter strenger Beachtung der Sensibilitäten, Argumente und Ziele von Terroristen entwickelt werden, wobei vor allem mittel- bis langfristigen Massnahmen Erfolg versprechen.

Meist verfolgen Terroristen mit ihren Taten mehrere Ziele. Eines davon ist, dass die inszenierte Zerstörung von Baudenkmälern und die Plünderung von Museen eine weltweit grosse Resonanz generiert, während die Bekanntgabe blosser Zahlen von Toten in fernen Ländern kaum mehr beeindruckt. Nur noch namentlich genannte Opfer oder zerstörte Baudenkmäler vermögen die Gemüter noch aufzuregen.

Hierzu wäre der Effekt einer Unterschlagung (oder einer Verzögerung) von Nachrichten über die Zerstörung von Kulturerbe durch die Medien prüfenswert. Die unmittelbare Kommunikation dieser Taten sollte vor allem in Spezialistenkreisen stattfinden, da diese für Einschätzungen auch die notwendigen Kompetenzen haben. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für denkmalpflegerische Werte sollte nicht über die Nachrichten von Terrorakten, sondern über aktuelle regionale Beispiele erfolgen.

Ein weiteres Ziel von Terroristen liegt im Verschwindenlassen von Objekten, die nicht direkt zu ihrer Kultur gehören. Damit wird eine Verstummung der kulturellen Vielfalt von Regionen erreicht und damit jede mögliche mehrdeutige oder opponierende Leseart eines Ortes verhindert.

Unser Ziel kann nicht sein, Extremisten von der Vielschichtigkeit und der Vernetzung von Kulturen zu überzeugen. Viel mehr wäre eine Herangehensweise wünschenswert, welche die gefährdeten Objekte in eine auch für Extremisten bedeutsame Chronologie oder Kausalität verortet. Gute Beispiele wären etwa die Kathedrale/Moschee von Cordoba und die Hagia Sofia. Sie helfen mit zu kommunizieren, dass Kultstätten nicht isoliert existieren, sondern von anderen Bauformen, Kulturen und Religionen geprägt wurden und ihrerseits weitere Bauten prägen. Kann die Relevanz eines Baudenkmals für die eigene Kultur aufgezeigt werden, gelingt es womöglich, dessen Zerstörung zu verzögern oder sogar ganz abzuwenden.

Das eigentliche Zielpublikum dieses neuen Narrativs wären Jugendliche, welche sich in einem beeinflussbaren Alter befinden und somit auch das grösste Potential für eine Radikalisierung aufweisen. Diese sind zudem noch in einem Alter, in dem sie eine identitäre Verbindung zu den besagten Baudenkmälern aufbauen können. Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass Personen welche zum Extremismus tendieren, Zugehörigkeiten leichtfertig aufgeben. Dafür muss eine Person den Wert eines Objektes nicht verstehen, sondern diesen auf einer persönlichen Ebene erfahren.

Die heute im Vordergrund stehenden Massnahmen zur Bekämpfung der Zerstörung von Kulturgütern sind sicherheitspolitischer Natur oder ensprechen einem akademischen Narrativ. Beide Herangehensweisen dienen zwar als Antworten auf Anschläge, stärken jedoch die Prävention nicht nachhaltig. Wenn wir die Beziehung von Extremisten zum Kulturerbe verändern wollen, müssen wir lernen, ihre Sprache zu sprechen und uns auf Argumentationen einlassen, die uns zwar dürftig erscheinen mögen, aber für das Überleben von Kulturgut unerlässlich geworden sind.

Baaltempel, Palmyra

Der Baaltempel von Palymra wurde im August 2015 von Terroristen gesprengt.

Di Eva Carlevaro

Patrimonio per tutti! Così è stato denominato il concorso di idee indetto dall’Ufficio federale della cultura in occasione dell’anno europeo della cultura 2018.

Patrimonio per tutti! Patrimonio archeologico, patrimonio culturale immateriale, patrimonio mondiale!! Evviva! Lavorando in ambito culturale ed essendo socia di numerose associazioni attive nella tutela e nella salvaguardia del patrimonio culturale questa iniziativa mi rallegra! Nuove idee per apprezzare, comunicare e conoscere il nostro patrimonio sono sicuramente le benvenute. 

Tuttavia mi sorge una domanda… se esco dai miei “canali culturali” abituali e utilizzo la rete per vedere come viene recepito il patrimonio culturale in internet, cosa troverò? E soprattutto, ci sono differenze tra le varie regioni linguistiche?

Beh, facendo una breve ricerca su internet ho avuto una sorpresa. “Googelando” i termini patrimonio culturale e Svizzera, in italiano, mi appaiono 305'000 risultati, in tedesco Kulturerbe Schweiz è collegato a 281'000 siti, in francese patrimoine culturel e Suisse ne contrassegna ben 528'000 e in romancio si possono trovare 37'000 pagine internet. Quindi, se teniamo conto che il 63 % della popolazione in Svizzera parla tedesco, il 22 % parla francese, l’8 % italiano e lo 0,5 % parla romancio, ne risulta che i “romanci” e gli italofoni sono proporzionalmente più sensibili alla tematica del patrimonio culturale? Mi viene un dubbio e ripeto la ricerca su di un computer impostato sulla lingua tedesca, magari il mio computer “italofono” è di parte…e invece… anche in un browser “tedesco” il numero di siti trovati per lingua rimane più o meno invariato.

E quindi? Si tratta solo di una differenza di numero o i siti si distinguono anche per i contenuti? A prima vista sembrerebbe solo una questione di numero: in tutte le lingue il tema maggiormente trattato è l’anno della cultura 2018 e la partecipazione del nostro paese alla manifestazione (gli amministratori di questa pagina internet possono ritenersi soddisfatti). Un secondo indirizzo che appare in tutte le lingue è quello dell’Amministrazione federale e delle associazioni attive nella tutela del patrimonio culturale, in terza posizione troviamo il sito dell’Unesco. Guardando però un po’ più attentamente emergono alcune differenze che riguardano le tematiche trattate.

I romandi e i “romanci” sfruttano molto il marchio Unesco e quello del patrimonio culturale immateriale per pubblicizzare siti e percorsi turistici. Il riconoscimento viene utilizzato in maniera positiva dalle località turistiche per sottolineare l’importanza, l’interesse e il valore dei luoghi e per invogliare i possibili visitatori. Ma anche i gruppi locali che si occupano della protezione del patrimonio regionale appaiono fin dalle prime pagine della ricerca.

Le pagine in italiano presentano le stesse caratteristiche di quelle in francese e in romancio: tra i primi siti trovati appaiono quello dell’anno della cultura 2018, ma anche quelli di progetti di ricerca, enti e associazioni locali che operano nell’ambito della tutela del patrimonio culturale. A questi temi si aggiunge la problematica dei beni trafugati dall’Italia che arrivano in Svizzera per essere rivenduti.

E nei siti in tedesco? Accanto ai siti ufficiali menzionati sopra, ampio spazio viene dato alle notizie dell’attualità, per esempio al carnevale di Basilea da poco entrato a far parte della lista del patrimonio immateriale dell’Unesco. A differenza dei siti della Svizzera francese, però, sembra che il termine patrimonio culturale venga utilizzato meno attivamente dalle località per farsi conoscere, bisogna infatti sfogliare alcune pagine prima di trovarli e anche le associazioni e i gruppi locali sono meno in evidenza.

Certamente per ottenere dei risultati attendibili da questo tipo di ricerca bisognerebbe compiere uno studio più approfondito. È chiaro che i motivi che stanno alla base di queste differenze possono essere di svariata natura (il francese ad esempio è una delle lingue ufficiali dell’Unesco, questo potrebbe comportare l’elevato numero di siti internet in questa lingua, oppure questo divario potrebbe anche essere dovuto al logaritmo o ai filtri utilizzati dal motore di ricerca).

A conclusione della mia piccola statistica qualitativa, ben inteso, non quantitativa, mi accorgo che per la sensibilizzazione e la partecipazione alla tutela e alla valorizzazione del patrimonio culturale elvetico rimane ancora molto da fare. I siti internet che citano il patrimonio culturale svizzero e la loro frequenza presentano delle evidenti differenze e queste disuguaglianze dovrebbero far riflettere sul modo di utilizzare la rete per valorizzare il nostro patrimonio nelle varie regioni linguistiche.

Par Julien Vuilleumier et Stefan Koslowski

La Convention de l’UNESCO pour la sauvegarde du patrimoine culturel immatériel a un impact puissant en raison de l’ouverture laissée par ses dispositions. Par la nécessité d’interpréter et de mettre en œuvre celles-ci pour promouvoir la participation, elle déploie son potentiel culturel et social. Les discussions sur la notion de patrimoine culturel immatériel, sur la façon de valoriser des pratiques culturelles dans le patrimoine culturel immatériel et sur les interactions entre patrimoine culturel immatériel, matériel et numérique offrent la possibilité de dépasser les représentations traditionnelles de la culture et d’aiguiser notre propre sens et perception des pratiques culturelles.

Le jardinage urbain fait partie de la liste des Traditions vivantes en Suisse depuis son actualisation à l’été 2017. (Ringier Dokumentation, Photo : Sobli / Sigi Maurer)

La Convention de l’UNESCO pose par ailleurs la question de savoir ce qui nous paraît important aujourd’hui et ce qui le sera demain. Elle provoque une discussion sur nos valeurs. Elle attire également notre attention sur un autre aspect : l’article 15 prévoit que chaque Etat s’efforce d’assurer la plus large participation possible des communautés, des groupes et, le cas échéant, des individus qui créent, entretiennent et transmettent ce patrimoine. Il s’agit donc de favoriser la perception des différents acteurs impliqués dans la valorisation du patrimoine culturel immatériel. «Vivre» le patrimoine culturel immatériel signifie donc partager, participer, prendre part, être partie prenante et faire partie de.

Le point le plus important de la mise en œuvre de la convention est l’établissement et la mise à jour périodique d’un inventaire du patrimoine culturel immatériel. L’objectif est d’encourager la reconnaissance, la valorisation et la sauvegarde du patrimoine culturel immatériel. En 2012, l’Office fédéral de la culture (OFC) a publié un premier inventaire comportant 165 entrées sous le titre «Liste des traditions vivantes en Suisse». L’expression «traditions vivantes» accentue la continuité recherchée entre le passé, le présent et le futur, le continuum des processus de changements et les possibilités de transformation de la culture.

La «Liste des traditions vivantes en Suisse» est élaborée conjointement par la Confédération, les cantons et des experts. Elle ne doit être considérée ni comme le résultat définitif d’un travail scientifique précis ni comme une mesure des pouvoirs publics. Elle ne fait que rendre compte de l’état des discussions sur la perception et l’évaluation des traditions vivantes dans la société. La mise à jour de la liste durant l’été 2017 a donné l’occasion de contrôler et, le cas échéant, d’adapter les entrées existantes. Pour les nouvelles inscriptions, l’accent a été mis sur les traditions vivantes dans le contexte urbain. Exemples: les coopératives d’habitation, la culture techno, le jardinage urbain de Zurich, l’autogestion du centre autonome de jeunesse de Bienne (CAJ), les Courses bernoises de caisses à savon, la Revue genevoise, les Sculptures et constructions en neige de La Chaux-de-Fonds ou la culture des festivals en plein air présente dans toute la Suisse. La liste actualisée comprend désormais 199 entrées. Elle tient compte également de propositions de la population. Des spécialistes mandatés par les instances cantonales en charge de la culture sont en train de préparer la documentation relative aux traditions vivantes. En été 2018, la liste réactualisée sera publiée sous la forme d’un inventaire en ligne étayé par une vaste documentation.

Denkmalpflege geht alle etwas an

Veröffentlicht von Kulturerbe für alle (Admin) Dec 12, 2017

Von Nina Mekacher

Denkmalpflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Verantwortung liegt nicht nur beim Staat und den Eigentümerschaften, sondern bei jedem einzelnen. Eine gesellschaftlich relevante Denkmälererhaltung ist ohne bürgerschaftliches Engagement nicht zu haben.

Postmoderne Beliebigkeit hin oder her: Ich bin überzeugt, dass Bezeichnung und Schutz von Denkmälern nach wie vor gesellschaftliche Relevanz haben. Und ich bin genau so überzeugt, dass wir etwas unternehmen müssen, um mehr Menschen in die Denkmalerhaltung einzubeziehen. Im politischen Diskurs wird dies heute gerne als Teilhabe bezeichnet. Diese Teilhabe muss weit über Sensibilisierung und Kulturkonsum hinausgehen. 

In den letzten dreissig Jahren hat sich unsere Gesellschaft wesentlich verändert. Sie ist heterogener geworden. Ihr Erfahrungshorizont hat sich vom regionalen ins globale erweitert; sie hat Abschied genommen von absoluten Wahrheiten, Autoritäten und allgemein anerkannten Werten. Die individuelle Freiheit scheint wichtiger als die Zugehörigkeit zu einem Kollektiv. Nicht von ungefähr hat sich auch das Interesse am Denkmal weg vom Objekt hin zum Menschen entwickelt. Der internationale Denkmaldiskurs betont heute das Potenzial des Kulturerbes für ein gutes Leben. 

Als Akteure der Denkmalpflege müssen wir uns dieser Herausforderung stellen. Wichtig scheint mir, dass wir dabei nicht alles bisher Erreichte über den Haufen werfen. Dass wir also den Menschen durchaus in den Mittelpunkt stellen, dabei aber nicht das Objekt an den Abgrund rücken. 

Wir haben bisher versucht, der heterogenen Gesellschaft gerecht zu werden mit einem breiten Denkmalverständnis. Dieses will Zeugnisse für alle relevanten gesellschaftlichen Bereiche erhalten. Dabei ist die Selektion nicht einfach und nie unumstritten. In unserer ausdifferenzierten Gesellschaft ist es schwierig geworden, geteilte Werte zu finden. Ein öffentlicher Konsens, was ein Denkmal ausmacht, ist kaum noch zu erreichen. Man hat vor diesem Hintergrund auch schon die Abschaffung der staatlichen Denkmalpflege gefordert.

Das neue Paradigma, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, hat eine weitere Folge: Das Denkmal ist voll eingebunden in die Leistungsgesellschaft: Es muss sich rechnen. Es muss uns nicht nur als Teil der Gesellschaft sondern auch als Individuen direkt etwas bringen. Seien wir ehrlich: je nach Kontext getrauen wir uns kaum mehr, das Wort Schutz in den Mund zu nehmen. Zumindest nicht ohne gleich Nutzen und Nutzung hinterher zu schicken. Nichts darf statisch stehen bleiben. Es gibt keine Erhaltung ohne Entwicklung, sei sie nun nachhaltig oder nicht. Der Planungsansatz ist auf dem Vormarsch. Management of change ersetzt Erhaltungsstrategien. Gleichzeitig gibt es überall Sehnsüchte nach Geschichte, Gemeinschaft und Identität. Diese werden auf ganz unterschiedliche Arten ausgelebt.

Ich möchte Denkmäler als Identitätsangebote hochhalten: Ihre Vielfalt, ihre Zeitschichten und ihre Vieldeutigkeit ermöglichen identifikative Prozesse gerade auch in der pluralistischen Gesellschaft. Daher müssen wir weiterhin darum bemüht sein, repräsentative Zeugnisse unserer Geschichte zu erhalten und zu schützen. Dabei scheint mir der Rückgriff auf das Gebot der Erhaltung der historischen Substanz wichtiger denn je: nur sie erlaubt ein vertieftes und immer neues Denkmalverständnis.

Wie aber fördern wir Denkmalverständnis? Die Zeiten der Deutungshoheit des Staates sind vorbei; die Bezugnahme auf eine nationale oder regionale kulturelle Identität bleibt für viele eine leere Floskel. Es wäre noch eines, wenn dies zu einer Vielfalt von alternativen Denkmaldeutungen führen würde. Die könnten wir froh als notwendigen Bestandteil eines zeitgemässen Denkmalpluralismus abhaken. Heute ist es aber so, dass die Frage kaum jemanden bewegt. Kaum einer denkt, dass ihn Denkmäler wirklich etwas angehen.

Wir versuchen täglich zu vermitteln, dass Denkmäler sinnstiftend sein können. Dass es Gründe gibt für die Erhaltung von Bauten und Objekten, die jenseits der Ressourcenökonomie liegen und die dem Kollektiv ideell etwas bringen. Das reicht aber nicht. Wenn wir Denkmalpflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anerkennen, müssen wir sie auch möglichst vielen Menschen öffnen. Wir müssen den Meinungsaustausch fördern, den Dialog suchen und auch bereit sein, neue Impulse aufzunehmen.

Eigentlich sind wir ganz gut aufgestellt, was den Einbezug der Zivilgesellschaft in Staatsaufgaben betrifft. In der Schweiz verstehen wir ja die Zivilgesellschaft nicht prinzipiell als Gegensatz zum Staat, sondern als Ergänzung, als Korrektiv und als Innovationskraft. So sind zum Beispiel die Förderung der Denkmalpflege durch den Bund, die Eingliederung des Natur- und Heimatschutzes in die Bundesverfassung und – soeben erst – die Strategie des Bundes für Baukultur auf bürgerschaftlichen Impuls und Druck hin eingeführt worden. 

Darauf können wir aufbauen. Wir können vermehrt strukturierte Dialoge anstossen. Wichtig wird sein, diese wirklich breit abzustützen. Wir müssen herausfinden, was es braucht, damit mehr Menschen die Denkmalpflege nicht nur verstehen, sondern auch mitgestalten und mitbestimmen. Und wir müssen herausfinden, was zu tun ist, damit sie dies auch wollen. Lasst mich betonen: es geht nicht in erster Linie darum, fehlende Ressourcen der öffentlichen Hand auszugleichen, sondern allen zu ermöglichen, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. 

Mein Fazit: Auch die pluralistische, ausdifferenzierte Gesellschaft braucht Denkmäler und Denkmalpflege. Dazu gehören staatliche Zwangsmassnahmen. Trotz all der gebotenen Offenheit für Entwicklungen, gilt es manchmal, rote Linien zu ziehen. Denkmalpflege muss gleichzeitig aus der behördlichen Exklusivität heraustreten und sich der offenen Gesellschaft stellen; nur so kann ihre gesamtgesellschaftliche Relevanz zum Tragen kommen und neue Horizonte eröffnen.

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